Kategorien
Hauskreis

Gesammelte Werke: Die Sprüche Teil 2

8 Mein Sohn, höre auf die Zurechtweisung deines Vaters und lehne nicht ab, was deine Mutter dich lehrt. 9 Was du von ihnen lernst, ist wie eine schöne Krone für deinen Kopf und wie eine Kette für deinen Hals. 10 Mein Sohn, wenn Sünder dich verführen wollen, dann gib der Versuchung nicht nach! 11 Vielleicht sagen sie: »Komm doch mit uns. Wir wollen uns verstecken und auf jemanden warten, den wir umbringen können. Einfach so wollen wir einem unschuldigen Menschen auflauern. 12 Wir verschlingen sie, wie das Totenreich seine Opfer verschlingt. Sie stehen in der Blüte ihres Lebens und sollen doch umkommen. 13 Denke nur, was für kostbare Reichtümer wir finden und mit welch großer Beute wir unsere Häuser füllen werden! 14 Komm, schließ dich uns an; wir wollen unsere Beute mit dir teilen.« 15 Geh nicht mit ihnen, mein Sohn! Halte dich von ihnen fern! 16 Sie sind schnell dabei, etwas Böses zu begehen und Blut zu vergießen. 17 Es ist sinnlos, ein Netz, mit Körnern bestreut, vor den Augen der Vögel auszuspannen – sie sehen es und fliegen davon. 18 Doch diese Menschen legen sich selbst einen Hinterhalt, sie setzen ihr eigenes Leben aufs Spiel. 19 Genau das ist das Schicksal derjenigen, die auf fremden Gewinn aus sind: Am Ende verlieren sie dadurch nur ihr Leben.

Die Bibel – Sprüche 1,8-18

Den ersten Satz finde ich eigentlich schon mal ganz cool, zeigt er doch dass das eigentlich biblische Weltbild keine Patriarchat des männlichen Geschlechts ist. Zeigt es doch die Aufgabenverteilung der Eltern in der Familie recht gut. Das klingt so bisschen nach „good Cop – bad Cop“. Ich habe übrigens immer Mütter bewundert die über umfangreiche Bildung verfügt haben und das auch an Ihre Kinder weitergeben konnten. So in einer Art intensives Einzelcoaching in Bezug auf die Schulaufgaben auch wenn es Richtung Abi geht – da steigen ja viele Eltern leider aus – mal schauen wann ich kapitulieren muss 😉 . Das übrigens wäre spätestens aus meiner Sicht ein Grund, all die „unsinnigen“ Dinge die Allgemeinbildung ausmachen zu lernen. Dann kann man seinen Kids was weitergeben. Denn das ist auch hier für mich wieder der Schlüssel zu dem ganzen Eltern die selbst etwas gelernt haben und das an ihre Kinder weitergeben können. Das bezieht sich übrigens nicht nur auf Mathe, Deutsch und Englisch sondern auch auf Werte, Erfahrungen und Lebensweisheiten. Ich als Vater ertappe mich oft, dass ich meine Kinder auch mal korrigierend angehe, wenn ich merke dass sie eine „Charakterschwäche“ haben die es ihnen später schwer machen wird. Vielleicht sogar Dinge die es mir selbst schwer gemacht haben oder auch noch machen. Ganz ehrlich kann ich mir keine Umgebung oder Gesellschaftsform abseits der „klassischen“ Familie wo es eine derart intensive, von Liebe geprägte und einen derart hervorragenden Betreuungsschlüssel gibt wie eben in der Familie. Was jetzt natürlich auch nicht die anderen pädagogischen Apparate schlecht reden soll. Aber beispielsweise ein Lehrer ist für mich ein Spezialist, der sich in Bezug auf Pädagogik, Didaktik(Unterrichtslehre) und sein(e) Fächer versteht. Eltern sind für mich Allrounder, die immer da besonders gefordert sind wo es gerade brennt und ihr Kind sehr lange genau kennen um es gezielt da zu Fördern und zu Fordern wo es gerade Hilfe braucht.

Die nächsten Absätze sind aus unserer heutigen Sicht ein wenig starker Tobak – wobei das Wort ja auch schon wieder veraltet ist. Kurz gesagt, geht es um eine Umschreibung von Räubern bzw. sogar Raubmord. Das ist jetzt heute nicht mehr so breit vertreten aber dafür gibt es andere Möglichkeiten. Schnelles Geld, Erfolg und Anerkennung sind auch heute gute Gründe schnell auf der Nase zu liegen. Ich denke es ist für viele Jugendliche eine Herausforderung damit klar zu kommen, dass man andere nicht bestehlen darf. Wenn ich allein an meine Schulzeit zurück denke, war es geradezu ein Sport im ortsansässigen Lebensmittelmarkt was „mitgehen“ zu lassen. Allerdings kann das auch schnell mal schief gehen. Und meistens erwische es jeden irgendwann mal, wenn man nicht vorher die Kurve kriegt. Noch besser ist es aber sicher schon von vornherein zu lernen, dass man sich nicht das Gut eines anderen gewaltsam aneignen darf. Denn auch heute kann man hier schnell sein Leben verlieren. Vielleicht nicht physisch, aber nehmen wir mal das populäre Beispiel von Hr. Hoeneß der damals wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden ist. Noch heute denken viele Menschen bei dem Namen als erstes an Steuerhinterziehung. Ein Stigma, dass unweigerlich mit dem Namen verbunden bleiben wird. Gut auch Hr. Hoeneß spielt in einer anderen Liga wie die meisten von uns. Aber auch die kleinen Dinge bleiben an einem kleben und wenn man mal „aktenkundig“ geworden ist wird man das nicht mehr so schnell los. Denke da auch gerne an die Geschichte vom Hauptmann von Köpenick. Der am Ende immer wieder auf die schiefe Bahn gerät, weil er einmal im Gefängnis gesessen ist.

Man kann also zusammenfassen, dass auch wenn die hier genannten Beispiele durchaus krass sind, können sie in weniger ausgeprägter Form mehr oder weniger jeden betreffen. Auch hier zeigt sich mal wieder, dass die Bibel auch nach einigen tausend Jahren nichts an ihre Relevanz verloren hat, auch wenn unsere heutige Zeit über Feinstaubfilter und Smartphones verfügt.